Am Ende des Lebens nicht allein
Zu viele Menschen sterben in einer fremden Umgebung, ohne Angehörige oder Freunde. Die meisten Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern sind zeitlich
und oft auch menschlich überfordert, Sterbende in ihren letzten Stunden zu begleiten. Vorrangiges Ziel der Hospizbewegung ist es, die Wünsche
sterbender Menschen zu erfüllen: Sterben an einem vertrauten Ort, möglichst zu Hause oder wie zu Hause, umgeben von lieben vertrauten Menschen.
Durchschnittlich sterben in Potsdam jährlich 380 Menschen an Krebs. Einige von ihnen nehmen den ehrenamtlichen ambulanten Hospizdienst in Anspruch.
Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen und begleiten Schwerkranke und Sterbende sowie ihre Angehörigen zu Hause.
In Potsdam fehlt ein stationäres Hospiz
Die Lebenserwartung von Frauen beträgt heute durchschnittlich 81 Jahre, die von Männern 76 Jahre. Mit
einer weiter zunehmenden Zahl an Krebsneuerkrankungen ist zu rechnen (ca. 20 Prozent der Krebserkrankten
benötigen im fortgeschrittenen Stadium mindestens einen Aufenthalt auf einer Palliativstation).
Der Bedarf an qualifizierten Einrichtungen zur palliativmedizinischen Behandlung (lindernde Behandlung) ist groß und nimmt weiter zu. Mindestens ebenso groß
ist der Bedarf an Hospizeinrichtungen, die ein würdiges Lebensende möglich machen, wenn dies nicht im eigenen Zuhause sein kann.
Würdevoll und selbstbestimmt
Am Anfang des Lebens sind ganz selbstverständlich Geburtshelfer da. Beim Abschied von diesem Leben aber werden Menschen oft allein gelassen.
Hospize stehen kranken Menschen offen, deren Lebenserwartung begrenzt ist und die zu Hause nicht mehr gepflegt werden können.
Hospizliche Begleitung umfasst über die reine körperliche Pflege hinaus auch psychische, spirituelle und soziale Hilfestellungen im Sterben.
Ein würdiges Lebensende der Sterbenden ermöglichen Hospize mit ihren speziell geschulten Mitarbeitern, die auch die Angehörigen in ihrer Trauer begleiten.